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Nachrichtenüberblick KW 4

Es gibt Neuigkeiten – und zwar so viele, das man kaum hinterherkommt. Deswegen sammeln wir hier für dich wichtige Nachrichten der vergangenen Wochen. Diesmal geht es unter anderem um Kunstprojekte zu Flucht und Exil aus Berlin, antisemitische Wahlplakate und spannende Zahlen aus den Studien Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der Nachrichtenüberblick, zu sehen ist die Illustration einer Frau, die sich an ihre Laptop arbeitet

1. Globale Armut wächst dramatisch

Bis zum Ausbruch der Coronapandemie war die Welt auf einem guten Weg, die globale Armut zu bekämpfen. Seit 1999 sind etwa eine Milliarde Menschen der extremen Armut entkommen, 2020 hätte diese Zahl um weitere 31 Millionen steigen sollen. Doch die Coronapandemie verschärft das soziale Ungleichgewicht weltweit, wie ein Bericht der NGO Oxfam zeigt: Kinder der ärmeren Länder der Welt mussten durchschnittlich auf vier Monate Schule verzichten und häufig sogar ihren Bildungsweg ganz abbrechen. Am stärksten ist Südasien und vor allem Indien betroffen. Doch auf der ganzen Welt sind Black, Indigenous and People of Color (BIPoc) besonders von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Mehr zu dem Bericht lest ihr auf Sueddeutsche.de hier und bei Oxfam hier.

 

2. Sozialberatung in Hamburger Jobcentern

Wie die Sozialsenatorin Melanie Leonard ankündigte, sollen Arbeitssuchende in Jobcentern zukünftig Hilfe bei finanziellen, gesundheitlichen und psychischen Problemen erhalten. Das Angebot ist Teil des neuen Corona-Arbeitsmarktprogrammes des Senats und soll Arbeitssuchende stärken und stabilisieren.  Mehr dazu findet ihr hier.

3.Ein Toter bei Brand in Billstedter Flüchtlingsunterkunft

Bei einem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft ist ein 27 Jahre alter Mann aus Afghanistan ums Leben gekommen. Zu der Brandursache gibt es noch keine Erkenntnisse laut Polizei. In der Unterkunft waren 18 Menschen untergebracht, die mittlerweile bei Freunden oder in anderen Unterkünften untergekommen sind. Mehr lest ihr beim Norddeutschen Rundfunk hier.

 

4.Ausstellung des Berliner Vereins dis:orient über die Hauptstadt als Exil

Der Verein dis:orient präsentiert mit der Ausstellung „Be/coming/home“ die Perspektive von sechs Exilkünstler*innen auf die Stadt Berlin. Die als Stadtspaziergang konzipierte Ausstellung führt durch die Bezirke Kreuzberg und Neukölln, die von migrantischem Leben geprägt sind. Dabei wird gefragt, wie Menschen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben, die Stadt prägen und verändern – sprachlich, kulturell, gastronomisch und auch künstlerisch. Mehr zur Ausstellung lest ihr hier und bei dis:orient hier.

 

5.Streit über Islamunterricht in Hessen

Aufgrund einer fehlenden Unabhängigkeit des Ditib Landesverbandes vom türkischen Staat beende Hessen zum Ende des laufenden Schuljahres die Zusammenarbeit, sagt der Bildungsminister Alexander Lorz. Ditib ist ein türkisch-islamischer Moscheeverband, der gemeinsam mit dem Bundesland Hessen einen bekenntnisorientierten Islamunterricht gestaltete. Der Verband äußerte sich enttäuscht, wies die Verwürfe zurück und sagte, den betroffenen Schüler*innen werde es Zukunft an einem Religionsunterricht fehlen, der ihre Lebens- und Glaubenswirklichkeiten aufgreife. Mehr zum Thema lest ihr auf Zeit Online hier.

 

6.„Ocean Viking“ rettet weitere 140 Menschen auf dem Mittelmeer

Bereits letzte Woche berichteten wir über die Rettungsaktionen des privaten Rettungsschiffes „Ocean Viking“. Nun hat das Schiff erneut 260 Menschen innerhalb von zwei Tagen vor dem Ertrinken gerettet, die mit Schlauchbooten in Seenot geraten waren. Unter den Geretteten befanden sich viele Kinder und Minderjährige, das jüngste war erst vier Wochen alt. Erfahrt mehr zur Rettungsaktion auf evangelisch.de hier.

 

7.Ghanaisch-deutscher Film „Borga“ gewinnt den Max-Ophüls-Preis

Der Film „Borga“, der die Geschichte des Ghanaers Kojo in Deutschland aus der Perspektive eines dunkelhäutigen Menschen erzählt, hat den mit 36.000 dotierten Max-Ophüls-Preis gewonnen. Der zehn Jahre lang produzierte Film thematisiert kapitalistisches Handeln, die Träume illegaler Einwanderer und den Halt der Familie aus einer konsequent schwarzen Sichtweise und hat dafür außerdem den Preis für gesellschaftlich relevante Filme, den Publikumsfilm und den Preis der ökumenischen Jury abgeräumt. Mehr zum Film lest ihr hier.

 

8.Comic-Kunst über die Flucht aus dem Irak nach Berlin

Ein Comic-Kunstprojekt fasst die Fluchtgeschichte des irakisch-kurdischen Geflüchteten Sartep Namiq in Bilder: ganz ohne Worte beschreibt sie die Flucht vor den Lebensbedingungen in seiner Heimat, das Flüchtlingscamp auf dem Berliner Tempelhof und wie dieses sich von Zauberhand in eine neue, schöne Welt verwandelt. Ermöglicht wurde das Projekt von der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber, die Künster*innen bei der Verwirklichung ihrer Kunstwerke unterstützt. Mehr zu dem Kunstprojekt lest ihr hier.

 

9.Antisemitische Wahlplakate werden nicht weiter untersucht

2019 plakatierte die rechtsextreme Partei „Die Rechte“ mit antisemitischen Wahlplakaten, die als Kritik am Staat Israel verschleiert wurde. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte Ermittlungen angeordnet, nachdem Verbände und jüdische Gemeinden Anzeige erstattet hatten. Doch das Amtsgericht und das Landgericht haben die Durchsuchungsbeschlüsse abgelehnt, da nicht herauszufinden sei, wer an Konzeption, Herstellung und Verbreitung der Plakate beteiligt war. Die juristischen Möglichkeiten sind nun beinahe erschöpft, denn Entscheidungen der hannoverschen Gerichte sind unanfechtbar. Mehr zum Thema lest ihr auf evangelisch.de hier.

 

10.Hohe Bereitschaft zur Migration in arabischer Welt

10 Jahre nach dem sogenannten „Arabischen Frühling“ sind weiterhin viele Menschen aus den Regionen, in denen die Aufstände ausbrachen, bereit nach Europa zu migrieren. Laut den Zahlen einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung hat gut ein Drittel der Befragten im Libanon und in Tunesien im vergangenen Jahr darüber nachgedacht, das Land zu verlassen. Die Mehrheit der Befragten nennt dafür wirtschaftliche Gründe. Viele der Länder – der Libanon, Tunesien, Libyen und Jordanien – befinden sich in einer Wirtschaftskrise oder stecken in politischem Aufruhr, und die Coronapandemie verschärft Armut und Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen und politischen Lage. Mehr zur Studie lest ihr im Hamburger Abendblatt hier.

 

11.„Deutsche“ Tugenden für Migrant*innen wichtiger als für Deutsche selbst

In einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung fand es jeder zweite Befragte mit türkischen Wurzeln sehr wichtig, sich „immer an die Regeln zu halten“ – doch nur gut ein Viertel der Befragten ohne Migrationshintergrund ist ebenfalls dieser Meinung. Auch in vielen anderen Punkten unterscheiden sich die Meinungen: 73% der Spätaussiedler, also Migrant*innen aus der vorherigen Sowjetunion, halten Höflichkeit für sehr wichtig, im Gegensatz zu 46% der Deutschen ohne Migrationshintergrund. Auch die Pünktlichkeit, mit der sich in Deutschland gerne gerühmt wird, ist nur für ein Drittel der deutschen Befragten von großem Wert – im Gegensatz zu 64% der Befragten mit türkischen Wurzeln. Religion spielt bei Zugewanderten eine größere Rolle – fast jeder zweite Befragte mit türkischen Wurzeln bezeichnete sich selbst als religiös. Mehr interessante Zahlen aus der Studie findet ihr hier.

 

12.Hilferuf des Bürgermeisters von Bihać

Letzte Woche berichteten wir über die katastrophale Lage der Geflüchteten in Lipa, Bosnien. Nun macht der Bürgermeister von Bihać der EU schwere Vorwürfe: Er fühle sich alleingelassen von der Regierung mit den hunderten Geflüchteten. Auch die Internationale Organisation für Migration (IMO) habe zu viel Druck ausgeübt und sei mitverantwortlich für die aktuelle Situation. Man sei bereit, die Geflüchteten menschenwürdig unterzubringen, aber brauche dafür Unterstützung von der EU und den bosnischen Behörden. Bihać habe bisher keinen einzigen Euro von der EU erhalten. Das Interview mit Šuhret Fazlić, dem Bürgermeister von Bihać, lest ihr hier.

 

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Emily ist Wahlhamburgerin, Sinologiestudentin und außerdem begeistert von Sprache und Politik. Bei kohero möchte sie diesen beiden Leidenschaften zusammenbringen und mehr über Migration und die Herausforderungen, denen Menschen dabei begegnen, lernen. Sie schreibt Artikel und arbeitet am Newsletter mit.

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